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Dirty Talk: Alles über Verbalerotik und schmutzige Wörter beim Sex

Dirty Talk: Alles über Verbalerotik und schmutzige Wörter beim Sex

Junges Paar beim Dirty Talk

Wusstest du, dass die größte erogene Zone des menschlichen Körpers das Gehirn ist? Und das will stimuliert werden. Zum Beispiel durch Dirty Talk

Doch Kommunikation beim Sex ist für viele Menschen immer noch ein Tabu. Warum eigentlich? Sie ist nicht nur wichtig, um Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken, sondern kann das Sexleben auch richtig anheizen.

Wenn bei euch das höchste der Gefühle bisher ein leises Stöhnen war, gibt’s jetzt ein paar Anregungen für heiße, schmutzige Verbalerotik.

Was ist Dirty Talk?

Dirty Talken ist das Befeuern der Lust mit wohl gewählten Worten. Denn nichts ist heißer, als die offensichtliche Begierde des oder der anderen und die Macht, diese mit expliziten Sätzen zu erzeugen. 

Dirty Talks zeigen deinem Partner oder deiner Partnerin die Leidenschaft, Lust und Hingabe, die du verspürst. Es geht darum, deine geheimen Wünsche, sexuellen Gedanken und Vorhaben vor und während dem Sex auszudrücken.

Dirty Talk ist pornotaugliche Wortakrobatik unterhalb der Gürtellinie. Denn unanständige Worte können die Lust nachweislich anheizen. Warum? Weil jeder Mensch eine anerzogene Sprachbarriere im Kopf hat, durch die bestimmte Wörter als „verboten“ oder „unschicklich“ eingeordnet werden. Und wie wir alle wissen, machen verbotene Dinge doch am meisten Spaß, oder? 

Frau und Mann beim Dirtytalk
Beim Dirty Talk wird mit sexy Worten eingeheizt (Foto: 4 PM production – Shutterstock.com)

Deshalb triggern sexuelle Begriffe und doppeldeutige Schweinereien im Kopf sofort diese Sprachbarriere und erzeugen einen „Kribbel-Effekt“, eine Art Nervenkitzel, durch den Impulse an das Sexzentrum im Gehirn geleitet werden. Die Hormone fangen an, die Lust zu befeuern und das Kribbeln breitet sich bis in die Lendengegend aus. Guter Dirty Talk funktioniert also zuverlässig wie eine Taste für sexuelle Lust.

Dirty Talk muss aber nicht immer schmutzig sein. Im Grunde geht es um heiße Kommunikation und den Austausch von Wünschen und Bedürfnissen. Die kannst du auch raffiniert verpacken und zweideutig vermitteln, ohne zwangsläufig obszön werden zu müssen.

Wo wird Dirty Talking praktiziert?

Dirty Talk muss nicht zwingend beim Sex stattfinden. Es gibt viele Möglichkeiten, deinen Schatz auch außerhalb des Schlafzimmers heiß zu machen und sein oder ihr Blut in Wallung zu versetzen. Flüstere ihm oder ihr in der Öffentlichkeit ein paar schmutzige Details zu, beim gemeinsamen Restaurantbesuch oder wenn ihr zusammen auf der öden Familienfeier seid. Das heizt die Stimmung garantiert an.

Du kannst deinem Liebling auch den Arbeitstag versüßen: Mit ein paar leckeren Zettelchen in seiner oder ihrer Lunchbox, einem kurzen Anruf mit ein paar pikanten Hinweisen, was ihn oder sie nach der Arbeit erwartet oder ungezügelten Nachrichten auf dem Handy.

Mann hat Adulttalk Chat auf dem Smartphone
Dirty Talk funktioniert auch via Messenger oder SMS (Foto: Olena Yakobchuk – Shutterstock.com)

Der sexy Talk funktioniert sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch virtuell via App, Chat, Messenger oder Webcam, übers Telefon oder eben ganz klassisch mit Stift und Papier. Sei kreativ und lass deinen schmutzigen Fantasien freien Lauf. Dirty Talk per WhatsApp oder SMS ist die perfekte Übung als Vorbereitung aufs Bett.

Für ein paar Anregungen kannst du dir auch deutschen Dirty Talk in Pornos anschauen. Denn dort ist die Verbalerotik sehr verbreitet. Erkunde, was dich heiß macht und was deinem oder deiner Liebsten gefallen könnte. Es gibt auch spezielle Sexchat-Portale und Sexcam-Seiten, auf denen User*innen an Dirty Talk interessiert sind. Eine super Übungsmöglichkeit oder eine Alternative für wortlüstige Singles.

Auch im BDSM-Bereich ist Dirty Talk an der Tagesordnung. Dominas, Femdoms oder Doms befehligen ihre Subs oder Sklav*innen gern mit Wi***-Anleitungen und verbalen Erniedrigungen. Sie sind ein Grundbaustein für Gehorsam und bereiten beiden Seiten höchstes Vergnügen.

How to Dirty Talk: Tipps für Anfänger

Dirty Talk klingt ja irgendwie erstmal einfach, wären da diese blöden Hemmungen nicht. Erinnere dich an die Sprachbarriere, die uns nämlich immer mit auf den Weg gibt „Sowas sagt man doch nicht, das ist verboten!“ – ein bisschen wie Mutti mit dem erhobenen Zeigefinger.

Oft scheitert es auch daran, dass wir nicht wissen, was wir sagen können, dürfen und wollen. Aber keine Sorge, Dirty Talk kann man lernen! Du musst auch nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen, sondern kannst den Adulttalk Stück für Stück aufbauen, üben und verfeinern. Und so erstmal antesten, wie dein Partner oder deine Partnerin darauf reagiert.

Werde persönlich und nutze Pronomen wie „dir“, „dich“ und „dein“ – so zeigst du deinem Partner oder deiner Partnerin, dass er oder sie begehrt wird. 

Sei selbstbewusst und lass dich nicht verunsichern. Du kannst entscheiden, ob du die Worte lieber flüsterst oder laut herausschreist. Das ist eine Frage des Mutes und der Übung. Versuche, das Ganze nicht ins Lächerliche zu ziehen, denn Dirty Talk ist eine erwachsene Sextechnik – dementsprechend solltest du dich auch verhalten.

Natürlich dürft und sollt ihr auch zusammen lachen, wenn mal etwas schief geht oder vielleicht doof klingt. Aber achte darauf, wie du Sätze ausspricht und nimm dir Zeit für Pausen. Das erhöht die Spannung und kickt noch mehr. Betone Wörter ganz bewusst, sprich langsam, tief und raunend. So sorgst du beim Vorspiel schon für einen Ohrgasmus.

5 Ideen zur Vorbereitung auf Dirty Talk

Frau liest Verbalerotik
Erotische Literatur enthält oft inspirierende Sätze für Dirty Talking (Foto: Ajan Alen – Shutterstock.com)

Wenn du schon länger darüber nachdenkst, Dirty Talking auszuprobieren, dir aber noch die nötige Inspiration fehlt, dann haben wir hier fünf Dirty Talk Vorschläge zur Vorbereitung auf die sexy Worte:

1. Lies erotische Literatur, darin findest du jede Menge obszöne Dirty Talk Sätze.

2. Schau dir ein paar Pornos an, um ein Gefühl für versaute Sprache zu kriegen.

3. Schreibe dir Worte und Sätze auf, die du erregend findest.

4. Suche Synonyme für mehr Abwechslung – der Penis kann bspw. der Liebesstab sein.

5. Übe Aussprache, Mimik und Gestik erstmal allein vor dem Spiegel.

Dirty Talk Beispiele – Schmutzige Wörter und Sätze fürs Bett

Wenn es bei euch im Bett bisher eher still war und du dich fragst „Wie geht Dirty Talk eigentlich?“, dann fang ganz klein an. Bekunde deine Lust und die Wohlgefühle mit einem gehauchten „Ohh jaaa!“, „Oh Gott!“, „Das ist gut!“, „Genau da!“ oder „Das fühlt sich so gut an!“ und beobachte die Reaktion deines Schatzes.

Wenn du merkst, dass deine Mitteilungen ankommen, hast du schon einen soliden Grundstein für Dirty Talk gelegt und kannst beim nächsten Mal ein Stückchen weiter gehen. 

Mach schmutzige Komplimente! Denn mit einem Lob bestärkst du deinen Partner oder deine Partnerin in seinen oder ihren Handlungen: „Dein Schw*** ist so hart / schön!“, „Wow, du bist so feucht!“, „Du machst mich so an!“ oder „Ich liebe es, wie deine prallen Titt** wippen!“

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Selbstbefriedigung in der Beziehung

Nutze ruhig Wörter, die du im Alltag nicht unbedingt verwenden würdest: Fot**, Musch*, Mös*, Titt**, Ars**, Schwa**, Riemen. Spürst du schon die Aufregung des Verbotenen?

Nach den Komplimenten kannst du damit beginnen, Wünsche zu äußern, Anweisungen zu geben oder zu verkünden, was du mit dem oder der anderen vorhast oder im Begriff bist, zu tun.

Sätze wie „Ich habe Lust auf dich / ich will Sex mit dir!“, „Ich füll dich aus!“, „Ich will dir ins Gesicht sprit***!“, „Leck meine nasse Mös*!“, „Schwänger mich!“ oder „Ich will deinen Saft kosten!“ werden ihre Wirkung garantiert nicht verfehlen. Talk dirty!

Du kannst beim Erotik Talk ruhig richtig direkt werden, nur keine falsche Scham! Fordern statt Fragen! Verwende kein „Ich würde gern“, sondern mache klare Ansagen: „Ich fi** dich jetzt!“, „Ich vög** dich um den Verstand!“ und „Ich reite deinen harten Schw***!“

Leidenschaftlicher Sex durch Dirty Talk
Verbalerotik umfasst versaute Sätze und schmutzige Worte (Foto: 4 PM production – Shutterstock.com)

Verwende keinen Konjunktiv und nutze lieber „Ich will!“ statt „Ich möchte!“. Dirty Talk ist erst dann richtig gut, wenn deiner inneren Mutti, also der Sprachbarriere, so richtig das Hören und Sehen vergeht.

Alle Dirty Talk Sprüche kannst du auch für SMS, WhatsApp und Co. abwandeln. Das ganze nennt sich dann „Sexting“.

No-Gos und Tabus beim Dirty Talk: Diese Fehler solltest du vermeiden

Verbalerotik sollte immer direkt sein und möglichst ungeniert. Verniedlichungen wie „Popöchen“, „Pillermann“ oder „Pfläumchen“ sind deshalb tabu. Diese Worte klingen nicht dreckig, sondern einfach nur albern. Du willst schließlich nicht zum Kindergeburtstag gehen, sondern heißen Dirty Sex haben.

Auch auswendig gelernte Phrasen sind echt unsexy, schließlich sollst du mitteilen, was du genau in diesem Augenblick spürst und willst. Sage nichts, was du nicht auch so meinst! Die heißen Worte sollen aus dir herauskommen und nicht aus dem letzten Porno, den du gesehen hast (auch, wenn du dir natürlich Inspirationen holen kannst, aber du solltest hinter dem stehen, was du sagst.)

Das Klischee von Tiernamen beim Dirty Talking ist nicht nur unsexy, sondern irgendwie auch peinlich. „Geile Stute“ oder „Heißer Tiger“ klingen mehr nach Zoo als nach Sex. 

Auch bei Beleidigungen solltest du vorsichtig sein. Es gibt Menschen, die es geil finden, beim Sex als „Schlam**“, „Drecks**“, „Hure“, „Nutte“ oder „Miststü**“ betitelt zu werden, das kann aber auch schnell nach hinten losgehen. Wenn du diese Worte nutzen möchtest, dann achte darauf, dass sie nicht zu hart, abfällig oder beleidigend klingen.

Probieren geht über Studieren: Schmutzige Texte entfachen das Feuer

Dirty Talking ist bei Männern und Frauen gleichermaßen beliebt. Wenn du also Lust hast, es mit deinem Partner oder deiner Partnerin auszuprobieren, dann trau dich! Was hast du zu verlieren? 

Paar beim Sexy Talk
Dirty Talk erfordert anfangs ein bisschen Mut und Intuition (Foto: Estrada Anton – Shutterstock.com)

Lass deine Hemmungen fallen und schalte deinen Kopf aus. Denn eigentlich braucht es für die versaute Verbalerotik nur ein bisschen Mut und Intuition. Spuckt einfach aus, was euch auf der Zunge liegt und heizt eure Lust gegenseitig an. 

Dirty Talks können euch ganz neue Horizonte eröffnen und neuen Schwung in die Beziehung und das Liebesleben bringen. Schließlich hat das Ganze auch eine Menge mit gegenseitigem Vertrauen zu tun, dass nötig ist, damit ihr euch einander auf diese Weise öffnen könnt. Probiert es aus!


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